Written by 10:16 Im Fokus, Meine Welt in Deutschland

Ein Kapitel für sich: Deutsche und ihre Haustiere

Hund, Katze, Maus: Wie die Deutschen ihre Vier- und Zweibeiner lieben (und auch die ohne Beine)….
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Dimuthu aus Sri Lanka erzählt: „Ich rief deutsche Bekannte an, die ich besuchen wollte, und ich fragte, wie es Ihnen geht. ‚Sehr schlecht‘, sagten sie, ‚wir haben einen Trauerfall in der Familie‘. Ich war schockiert und sprach mein Beileid aus. Erst nach einiger Zeit während des Telefonats begriff ich, worum es ging: Nicht ein Verwandter, sondern die Katze meiner Bekannten war verstorben.“

Dieses Gespräch ist typisch dafür, wie unterschiedlich Kulturen Tiere betrachten können: Für Deutsche sind Haustiere oft vollwertige Familienmitglieder, deren Verlust für Menschen aus anderen Kulturen bisweilen fremd erscheint.

57% der Deutschen haben laut einer neuen Studie von  SPLENDID RESEARCH GmbH mindestens ein Haustier und geben monatlich im Schnitt 25 bis 30 Euro für ihr Tier aus – für Futter, Tierarzt, Versicherungen, Steuer und Tierzubehör.  Das ist nur der Durchschnitt – viele Tierbesitzer geben unvorstellbar viel Geld aus für ihre Lieblinge:
Hunde-Halsbänder mit opulenten Strass-Applikationen aus Swarovski-Steinen,  Katzenkratzbäume für 1700 Euro, Luxus-Pullover für Hunde – der Markt kennt keine Grenzen für die Vorlieben der Deutschen.

Zu diesen Ausgaben kommen in Deutschland für Hundehalter auch manchmal Sonderkosten hinzu:
Hundehalter müssen hier Steuer zahlen – das ist unterschiedlich in den einzelnen Städten und hier in Wuppertal recht teuer:
Die Steuer beträgt hier für einen Hund jährlich 160,00 Euro und ab dem zweiten Hund jährlich 288,00 Euro. Für gefährliche Hunde (sogenannte Kampfhunde) beträgt die Steuer im Tal sogar 1.000,00 Euro im Jahr. Aggressive Hunderassen wie American Bulldog,  Bullterrier oder Rottweiler stehen in einer festgelegten Liste; diese und auch besonders große Hunde müssen versichert sein und einen Mikrochip haben. Ebenso muss man einen sogenannten Sachkundenachweis erbringen. Dazu muss der Hundehalter mit dem Hund eine Prüfung ablegen. Zweck dieser Sachkundeprüfung ist es, festzustellen, ob der Mensch in der Lage ist, artgerecht mit bestimmten Hunden umzugehen, um mögliche Gefahren zu verringern.

Dabei ist der Hund gar nicht das allerbeliebteste Haustier der Deutschen – und das obwohl er längst in Seniorenheimen und für Kranke als Therapietier eingesetzt wird.
Auf Platz 1 der deutschen tierischen Lieblinge steht die Katze, erst auf Platz 2 folgt der Hund, dann kommen Kleintiere wie Kaninchen oder Hamster. Danach in der Reihenfolge der Favoriten liegen Fische, Vögel, Pferde und Reptilien.

Vor allem Reptilien sorgen immer wieder für Diskussionen darüber, wie artgerecht sie hier in Deutschland gehalten werden können und wie gefährlich sie sind.
Für Medienaufsehen sorgte der kleine Kaiman Sammy, der vor 25 Jahren bei einem Spaziergang mit seinem Herrchen in einem Badesee bei Dormagen verschwand und dann tagelang von Feuerwehr, Polizei und Helfern aufwändig gesucht werden musste.
Und auch hier in Wuppertal gab es schon tierische Überraschungen mit Reptilien: 2015 entdeckte ein Dachdecker zufällig an der Wupper eine zwei Meter lange Boa Constrictor, die er dann einfing.
 
Was meinst du? Welches Verhältnis hast du zu Tieren?
Wie findest du das Verhältnis der Deutschen zu Tieren?

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