Written by 17:29 Essen, Meine Welt in Deutschland

Mahlzeit! Wie Deutsche essen

Deutsche Essens- Gewohnheiten sind für Menschen aus anderen Kulturen mitunter gar nicht so leicht zu durchschauen.
Eine kleine Einführung deutsch-europäischer Essens-Netiquette finden Sie hier.

Redeformeln & Wünsche

Alles beginnt bei einem deutschen Essen relativ leicht: Wenn Sie mit Ihren deutschen Freunden speisen, sagen Sie bevor Sie anfangen zu essen: “Guten Appetit”. Auf einen solchen Wunsch von anderen erwidern Sie selbst „Danke, Ihnen auch!“ oder in der Du-Form: „Danke, dir auch!”. Mittags findet man vor allem in Firmen den ein wenig lockereren Essensgruß „Mahlzeit” – und zwar auch beim allgemeinen Grüßen in Arbeitsräumen rund um die Mittagszeit um zwölf Uhr, nicht nur bei Tisch.
Sitzen Sie hingegen nicht beim Essen, sondern nur auf einen Drink zusammen, erhebt man das Glas und sagt „Zum Wohl!”. Weniger förmlich und vor allem in Kneipen oder in privatem Raum kann man auch mit den Gläsern zusammen anstoßen und „Prost!” ausrufen.

Das Besteck

Regeln rund um das Besteck sind für völlig Fremde schon weitaus komplizierter und einige kulturelle Unterscheide können zu Tage treten. Während Deutsche beispielsweise auf syrischen Tischen oftmals vergeblich nach Messern und Gabeln suchen und nur einen Löffel vorfinden, kann umgekehrt der Löffel hier in Deutschland für Syrerinnen zu einer kleinen Irritation werden: Große Löffel werden nämlich nur für Suppen verwendet.
Nicht unbedingt rein Deutsch, sondern eher als europäische Etiquette gestaltet sich die Besteck- und Gläserreihenfolge:
Man bedient sowohl Gläser als auch Besteck fast immer von ‚außen nach innen‘:
Zuerst die äußeren Messer (immer rechts vom Teller mit der Schneide nach innen), die Gabeln links und Löffel oberhalb des Tellers, dann pro Menüfolge / Gang die inneren.

Haben Sie fertig aufgegessen, legen Sie nach dem Essen die Gabel und das Messer in der sogenannten Zwanzig-nach-Vier-Position auf den Teller – wie die Uhr 16:20 anzeigen würde:

Foto: Sawsan Ibrahim

Der Kellner oder die Gastgeber sehen dann, dass Sie mit dem Essen fertig sind – egal, was auf dem Teller noch liegt an Resten.
Die kleine Schwierigkeit dabei:
Nicht alle Deutschen wissen von der Zwanzig-nach-Vier-Stellung… je nach Bildungsgrad benehmen sich ganz viele auch nicht nach dieser Regeln und das macht es schwierig – und auch wieder nicht:
Als GAST macht man mit der Zwanzig-nach-Vier-Position eh alles richtig. Als Gastgeber muss man ein wenig einschätzen: Haben die Gäste aufgegessen – auch wenn die Gabeln und Messer kreuz und quer oder parallel neben oder über den Tellern liegen? Bleiben Sie gelassen – schließlich gibt es mehr als solche Bildungs-Regeln. Sie fragen in diesem Fall einfach nach, ob der Gast noch eine weitere Portion haben möchte. Je nach Antwort wissen Sie, wie es gemeint war.

Erwähnenswert ist, dass das Wort “Danke” mit Kopfschütteln oder abwehrenden Händen als Geste meist als Antwort auf eine Frage nach einer erneuten Speisen- Portion „Nein” bedeutet (nämlich die Kurzform von „danke, nein!“), während das Wort „Bitte” („bitte, gerne”) Akzeptanz bedeutet – das heißt, man möchte noch einen Nachschlag haben!

Vermeiden Sie es nach dem Essen und dem Dank an den Gastgeber (die Köchin sollte gelobt werden!), den Esstisch zu verlassen, bis alle Gäste mit dem Essen fertig sind. Warten Sie, bis alle fertig sind.

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